Versteckte Gefahren im Haushalt: Scheiben- und Backofenreiniger können sich entzünden

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Bei dem Wort „Gefahrstoffe“ denken viele zunächst an Säuren, Benzin, Lösungsmittel und dergleichen. Doch auch viele Stoffe, die man in fast jedem Haushalt findet, bergen große Gefahren. In welchem Ausmaß – davon konnten sich Helfer der Johanniter jüngst während einer Schulung überzeugen.

Schulung bei den Johannitern

Eine auf Schulungen für Brandschutz und Prävention spezialisierte Firma hatte Vortrag, Experiment und Theorieteil organisiert. Dabei konnten die Teilnehmer Gefahrstoffe live erleben. Referent Pascal Heger, ein vom TÜV Nord ausgebildeter Brandschutzbeauftragter, demonstrierte beispielsweise, wie sich Dämpfe unbemerkt in einem Haus ausbreiten und zu verheerenden Bränden führen können. Dazu hielt er einen mit Benzin getränkten Lappen über einen ein Meter langen Kunststoffschlauch. Ein Funken am unteren Ende des Schlauches genügte, um den Lappen in Flammen aufgehen zu lassen. „Sämtliche Helfer waren überrascht und fasziniert zugleich über das Durchzünden der Dämpfe“, berichtet Nadine Wiedergrün, die selbst an der Schulung teilnahm.
Einen Aha-Effekt habe es zum Beispiel gegeben, als ein Streichholz in einem Laborglas, das mit Sauerstoff angereichert wurde, vollständig verbrannte. Nicht nicht einmal ein Stückchen verbranntes Holz sei übrig geblieben, berichtet Teilnehmerin Nadine Wiedergrün. „Spätestens hier wurde jedem bewusst, dass auch die Johanniter regelmäßig mit Gefahrstoffen zu tun haben, die man so nicht immer wahrnimmt oder im schlimmsten Fall unterschätzt.“

Harmlose Mittel können zur Gefahr werden

Tatsächlich können viele auf den ersten Blick harmlose Mittel zur Gefahr werden: so können sich etwa Imprägnierspray für Lederwaren, Teppich-Schaumreiniger, Scheiben- oder Backofenreiniger, Deo-Spray und vieles andere durch Funken, Wärme oder mitunter sogar Wasserkontakt selbst entzünden. Produkte mit sogenanntem Aktivsauerstoff, welches in vielen Reinigungsmitteln und auch Entkalkern enthalten ist, können brandfördernd und brandverstärkend wirken – sogar ohne Luftzufuhr.

Bei den Demonstrationen fehlte auch der Klassiker nicht, der manchem noch aus dem Chemieunterricht bekannt sein dürfte: Ein Luftballon, gefüllt mit Sauerstoff und Wasserstoff, der über eine Flamme gehalten wird. Das Ergebnis war eine laute Explosion mit großer Stichflamme. Schaden nahm dabei selbstverständlich niemand, denn „zum Glück waren alle vorgewarnt worden, sich die Ohren vorsichtshalber zuzuhalten“, sagt Wiedergrün.

Text: az

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