Annuitätendarlehen: Der Klassiker bei der Baufinanzierung

Erwin Wodicka - wodicka@aon.at / Fotolia
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Das Annuitätendarlehen ist eine der beliebtesten und deshalb am weitesten verbreitete Form der Baufinanzierung im Allgäuer Raum. Beim Annuitätendarlehen sind die zu zahlenden Raten während der Zinsfestschreibungszeit von fünf, zehn, 15 oder 20 Jahren immer gleich hoch. Und wer seine Baufinanzierung im Vorfeld umfassend und vollständig plant, ist vor späteren teuren Überraschungen gut geschützt.

Was der Darlehensnehmer jährlich an Zinsen und Tilgung zu leisten hat, bezeichnet man als Annuität (= Jahresrate). Teilt man die Monatsrate durch die zwölf Kalendermonate, so erhält man die Monatsrate. Die Annuität besteht aus einem Zins- und aus einem Tilgungsanteil. Zwar bleibt die Annuität selbst während der gesamten Zeit der Zinsfestschreibung konstant, ihre Zusammensetzung von Zins- und Tilgungsanteil ändert sich aber mit jeder Zahlung. Jede Tilgungszahlung vermindert die Restschuld des Darlehens. Da die Zinsen immer nur von der Restschuld des Darlehens berechnet werden, nimmt der Zinsanteil in den Raten im Zeitablauf ab. Im gleichen Maße wie der Zinsanteil in der Annuität sinkt, steigt der Tilgungsanteil in den Raten. Je höher die anfängliche Tilgungsrate vereinbart ist, desto schneller ist das Annuitätendarlehen getilgt.

Vorteil

Das Annuitätendarlehen bietet Zinssicherheit über die gesamte Laufzeit und damit eine hohe Planungssicherheit. Niedrige Zinssätze sollten für einen höheren Tilgungssatz genutzt werden. Ein Nachteil: Relativ unflexibel bei Vertragsveränderungen während der Laufzeit.

Beispiel

Je höher der Tilgung, desto schneller ist das Annuitätendarlehen abbezahlt. Bei einem Effektivzinssatz von 2,99 Prozent, einer anfänglichen Tilgung von zwei Prozent sind bei einer Zinsbindungsfrist von 20 Jahren nach deren Ablauf rund 52 Prozent des Kredits abbezahlt, bei einer Tilgung von 3 Prozent beträgt die Restschuld nur etwas mehr als 16 Prozent.

Tipp

Für mehr Flexibilität empfiehlt es sich, das Annuitätendarlehen in unterschiedliche Laufzeiten aufzuteilen, beispielsweise wenn ein Darlehensteil in einer kürzeren Laufzeit (und damit mit niedrigerem Zins) nach Ablauf vollständig zurückbezahlt werden kann. Ebenso können Sondertilgungen vereinbart werden, um bei höherer Liquidität mehr abzahlen zu können. Eine KfW-Einbindung ist möglich.

 

Quelle: aktion pro eigenheim/rbk

 

 

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