Stadtpark Kempten: Grosse Mehrheit im Stadtrat befürwortet Siegerentwurf des Wettbewerbs

Ralf Lienert
Foto: Ralf Lienert
Krähenplage, Parkplätze und Neubau an der Zumsteinwiese bleiben jedoch Diskussionspunkte

Mit großer Mehrheit entschied das Gremium, dass der preisgekrönte Entwurf aus dem Wettbewerb weiterentwickelt und umgesetzt wird. Regelrecht ins Schwärmen geriet die Vorsitzende der Jury, Prof. Bü Prechter, bei der Präsentation des Konzepts. Dem Plan von Stefan Grieger und Harzer Landschaftsarchitekten aus Berlin mit Zila Freie Architekten, Leipzig, gelinge, „ein heiteres Bild“ im Herzstück der Stadt zu schaffen. Der sogenannte Realisierungsteil umfasst 14 300 Quadratmeter. Es gebe gute Verknüpfungen nach außen, das Dach über der ZUM passe, die Belange der Festwoche seien eingearbeitet.

Ganz so euphorisch reagierten die Stadträte nicht. Andreas Kibler (CSU) fürchtet, dass sich am Ende gar nicht so viel verändere. Speziell die Krähenplage bleibe akut. Sein Parteikollege Johann Lederle warnte davor, die Parkplätze am Finanzamt zu opfern. Michael Hofer (UB/ÖDP) sprach von einer Phantomdiskussion. Wenn es lediglich darum gehe, einige Bäume zu fällen, brauche man keine 1,9 Millionen Euro zu investieren. Doch laut Baureferent Tim Koemstedt wird sich die Aufenthaltsqualität in etlichen Bereichen verbessern. Die Aufgabe laute, über längere Zeit ein Scharnier zwischen Stifts- und Reichsstadt zu entwickeln. Regina Liebhaber (SPD) wandte sich gegen eine Krähenphobie: Sie komme stets unbeschadet aus dem Park, „obwohl ich genügend Fläche biete“.

Neben der ins Auge gefassten Parkfläche schweifte mancher Blick natürlich ins Umfeld. Alexander Hold (Freie Wähler) beantragte, sich anhand eines Phantomgerüsts einen Eindruck zu verschaffen, wie ein Gebäude an der Zumsteinwiese wirke. Dort dreht sich die Diskussion bekanntlich um einen Standort für die Stadtbibliothek. Den Linggpark mit ins Konzept zu nehmen, wünschte sich Lothar Köster (SPD). Kinder bei der Ausstattung der Spielflächen ins Boot zu holen, war Erna Kathrein-Groll (Grüne) ein Anliegen.

Gegen fünf Stimmen entschied der Stadtrat, die Empfehlung des Preisgerichts umzusetzen. Untersucht werden soll eine Tiefgaragenzufahrt an der Ecke Salzstraße/Am Stadtpark. Oberbürgermeister Thomas Kiechle freut sich „auf den ersten Entwicklungsschritt“, der nach der Festwoche 2018 beginnen soll. Aus der Welt ist das Thema damit längst nicht, sagte Bü Prechter: „Es braucht ein mittelfristiges Pflegekonzept für den Park.“

Text: Jochen Sentner

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