Luftaustausch im gedämmten Haus

Robert Kneschke / Fotolia
Foto: Robert Kneschke / Fotolia

Lüftung bei Sanierung und Neubau: Einsatz einer kontrollierten Wohnraumlüftung ist sinnvoll

Moderne auf Energieeffizienz ausgelegte Häuser sind stark gedämmt. Lüftungssysteme sorgen dafür, dass innerhalb der luftdichten Außenhüllen dieser Häuser ein behagliches, gesundes Raumklima entsteht. Die kontrollierte Wohnraumlüftung regelt automatisch den notwendigen Luftaustausch und minimiert dabei die Lüftungswärmeverluste, die bei einem Neubau bereits die Hälfte des gesamten Energiebedarfs betragen können.

Nach einer energetischen Sanierung führt am Einsatz einer kontrollierten Wohnraumlüftung oft kein Weg mehr vorbei. Denn um Wärmeverluste möglichst gering zu halten, wird die Außenhülle eines Hauses bei einer Sanierung praktisch komplett luftdicht ausgeführt. Für ein gesundes Raumklima ist jedoch ein regelmäßiger Luftaustausch wichtig. Deshalb sollte bei der Sanierung auch gleich ein Lüftungskonzept mit erstellt werden.

Lüftungskonzept ergänzt Sanierung

Damit sich die Hausbewohner behaglich fühlen und Bauschäden vermieden werden, werden stündlich ungefähr 30 Kubikmeter Frischluft pro Person empfohlen. Solch optimale Luftverhältnisse lassen sich in einem luftdicht gedämmten Haus durch manuelles Lüften nur noch schwer erzielen: Alle zwei Stunden müssten die Bewohner die Fenster für einige Minuten öffnen. Deshalb muss bei einer Sanierung, bei der mehr als 1/3 der Fenster getauscht oder mehr als 1/3 des Hauses gedämmt wird, gemäß DIN 1946-6 auch ein Lüftungskonzept erstellt werden.

So funktioniert eine kontrollierte Wohnraumlüftung

Die frische Außenluft wird vom Lüftungsgerät angesaugt, gefiltert und erwärmt und strömt in den Zulufträumen gleichmäßig aus (Wohnzimmer, Kinderzimmer, Schlafzimmer, Arbeitszimmer). Dann wird die Luft über Flur und Diele zu den Ablufträumen (Küche, Bad, WC) geführt. Dort wird die feuchte und verbrauchte Luft abgesaugt und zum Lüftungsgerät zurückgeführt. Ein Wärmetauscher entzieht der Abluft die Wärmeenergie. Wärmerückgewinnungsgrade von weit über 90 Prozent sind heute technisch möglich. Da die Luftströme voneinander getrennt sind, wird zwar Wärme ausgetauscht, Gerüche und Verunreinigungen aber nicht. Die notwendigen Installationskanäle werden entweder im Boden oder unter der Decke geführt.

 

Slavomir Valigursky / Fotolia

Bild: Slavomir Valigursky / Fotolia

Vorteile einer kontrollierten Wohnraumlüftung

20 bis 30 Kubikmeter frische und saubere Luft pro Stunde braucht ein Mensch, um sich wohl zu fühlen. Ein kontrolliertes Lüftungssystem sorgt für einen jederzeit ausreichenden und gesunden Luftwechsel. So tauscht eine Lüftungsanlage die Raumluft circa alle zwei Stunden komplett aus. Das verhindert eine zu hohe CO2-Konzentration in den Räumen, die uns müde und antriebslos machen würde. Auch vor zu viel Feuchtigkeit in den Räumen und einer damit verbundenen Schimmelbildung wird auf diese Weise vorgebeugt. Bei einer kontrollierten Wohnungslüftung wird auch die Zuluft gefiltert. Weder Staub noch Pollen gelangen von außen nach innen, was nicht zuletzt alle Allergiker zu schätzen wissen.

Für jedes Haus die passende Lüftungsanlage: Frischluft nach Maß

Moderne Lüftungsanlagen arbeiten frei von Zugluft, geräuscharm und sorgen automatisch für ausreichend Fischluft. Grundsätzlich kann der Hausbesitzer aus vier Systemvarianten die passende für sein Haus wählen:

– Zentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung übertragen bis zu 95 Prozent der Wärme aus der Abluft auf die Zuluft. So geht wenig Wärme und Energie verloren. Gleichzeitig können Allergiker mit einer solchen Lüftung Pollen aus der Zuluft filtern lassen.

– Dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sind eine Alternative. Für den notwendigen Luftwechsel im Haus wird dann in der Regel in jedem Raum ein Lüftungsgerät eingesetzt. Weil die Luft bei diesen Systemen nicht durch ein Rohrleitungssystem muss, ist der Stromverbrauch besonders niedrig.

– Ein reines Abluftsystem saugt die verbrauchte Luft aus Küche und Bad bedarfsgerecht ab. Über passive Luftdurchlässe strömt dann frische Luft in das Haus nach.

– Bei zentralen Abluftanlagen kann zusätzlich durch die Installation einer Wärmepumpe Wärme zurückgewonnen werden.

Quelle: www.Energie-Fachberater.de / rkb

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