Kontrollierte Wohnraumlüftung: Infos, Vor- und Nachteile

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Foto: djd/Fränkische Rohrwerke

Von kontrollierter Wohnraumlüftung spricht man in der Regel, wenn die Lüftung kontrolliert, das heißt über ein ventilatorgestütztes System – und nicht über das „klassische“ manuelle Fensteröffnen oder über unkontrolliertes Lüften durch Fugen oder Schächte geschieht. Was Sie darüber hinaus über kontrollierte Wohnraumlüftung wissen sollten, erfahren Sie hier.
Der Begriff „Kontrollierte Wohnraumlüftung“, häufig mit KWL abgekürzt, ist in der Branche nicht einheitlich definiert. Dabei wird zum einen zwischen zentralen und dezentralen Lüftungssystemen unterschieden und zum anderen zwischen den verschiedenen Funktionsarten Zuluftanlagen, Abluftanlagen und einer Kombination aus beiden.

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Zentrale Wohnungslüftungssysteme gewinnen die in der Abluft enthaltene Wärme fast vollständig zurück. In Kombination mit einem Wärmepumpen-Kompaktgerät eignen sie sich besonders für neue Gebäude. Bild: epr/Viessmann

Zentrale und dezentrale Lüftungssysteme

Bei zentralen Lüftungsanlagen wird die Wohnraumlüftung kontrolliert im gesamten Haus über eine zentrale Anlage gesteuert. Dafür wird bei Abluftanlagen ein Abluftkanal und bei Zu- und Abluftanlagen ein spezielles Luftkanalsystem benötigt. Zentrale Systeme bieten sich besonders bei der Planung eines Neubaus von einem Niedrigenergie- oder Passivhaus an.
Die nachträgliche Installation einer zentralen Lüftungsanlage kann mit hohen Kosten verbunden sein, da ein Luftkanalsystem nachträglich in das Gebäude eingebaut werden muss. Bei dezentralen Lüftungssystemen werden in den betreffenden Räumen Luftdurchlässe in den Außenwänden installiert, über die die Luft ab- bzw. zugeführt wird. Dezentrale Systeme sind insbesondere dann sinnvoll, wenn in einzelnen Räumen wie beispielsweise Badezimmern oder Küchen dauerhaft eine besonders hohe Luftfeuchtigkeit abzuführen ist.

Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Schlechte Luft raus und frische Luft rein bedeutet im Winterhalbjahr auch meistens: warme Luft raus und kalte Luft rein. Damit wird also ein Teil der teuren Heizwärme „rausgelüftet”, wodurch entsprechend mehr Heizenergie gebraucht wird. Eine einfache aber effektive Möglichkeit ist, die Wärme von der Abluft auf die Frischluft zu übertragen. Beispielsweise kann durch einen Wärmetauscher die Wärme der ausströmenden Luft auf die kalte Luft, die von außen einströmt, überführt werden. Dabei werden in der Regel 60 bis 80 Prozent der Wärme zurückgewonnen, weshalb von „Wärmerückgewinnung” gesprochen wird.

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Automatische Lüftungssysteme reduzieren das Schimmelrisiko ganz erheblich. Bild: Sauerlandpics/Fotolia

Kontrollierte Wohnraumlüftung: Vor- und Nachteile

Die Vorteile einer gut ausgeführten KWL sind immens: Sie liegen zum einen in der Verbesserung der Luftqualität und der Vermeidung von Schimmel und Feuchtigkeit, was sich letztlich auch auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Bewohner auswirkt. Weitere Vorteile sind der Komfortgewinn, da nicht mehr regelmäßig händisch gelüftet werden muss, und das Vermeiden von Kosten, da deutlich weniger Heizwärme verloren geht. Außerdem kann KWL auch dem Schallschutz dienen: Wer beispielsweise an einer stark befahrenen Straße wohnt, kann über KWL frische, meist auch gefilterte Luft in seine Wohnräume bekommen, ohne dass Lärm durch offene Fenster eindringen kann. Und die in der Regel installierten Luftfilter sind auch für Allergiker nützlich, da weniger Staub und Pollen in die Wohnräume gelangen.

Ein Nachteil bei kontrollierter Wohnraumlüftung ist der Kostenfaktor: Neben der regelmäßigen Wartung der Geräte muss auch der Stromverbrauch berücksichtigt werden. Ist die Lüftungsanlage im Dauerbetrieb, sollte der Stromverbrauch zum Beispiel mit einem kostenlosen Energiesparkonto regelmäßig im Blick behalten werden.
Zu beachten ist, die Filter der Lüftungsanlage einmal im Jahr (am besten zu Beginn der Heizperiode) zu wechseln

Quelle: co2online.de

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