Eine Immobilie kaufen ohne Eigenkapital – geht das überhaupt?

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Foto: panthermedia.net/Arne Trautmann
Den Traum vom eigenen Haus verwirklichen

In aller Regel werden Häuser kreditfinanziert. Die Darlehenssumme ergibt sich aus der Kaufsumme der Immobilie abzüglich der vorhandenen Eigenmittel. Was ist an Erspartem vorhanden, können Bausparverträge genutzt oder Erbschaften in Anspruch genommen werden? Damit lässt sich die monatliche Kreditbelastung durch das Immobiliendarlehen nachhaltig reduzieren. Nicht vernachlässigen sollten Bauherren auch Nebenkosten wie Notargebühren, Grundbucheintrag, Steuern etc.

1. Schritt: Überprüfen, was zum Eigenkapital zählt
Zum so genannten Eigenkapital zählen beispielsweise: Barvermögen, Guthaben auf Sparkonten oder Festgelder, Aktien und Wertpapiere, Guthaben auf zugeteilten Bausparverträgen, Wert des Baugrundstücks, wenn es sich im Eigentum befindet, Eigenleistungen in der Bauphase, die die Kosten reduzieren – die so genannte „Muskelhypothek“.
Doch gerade jungen Familien, die beispielsweise nach dem Studium erst wenige Jahre im Beruf stehen, fällt es schwer, bereits nennenswertes Eigenkapital anzusparen. Oder die Familien möchten das Ersparte als Sicherheitsreserve für Unabsehbares auf dem Sparkonto belassen.

2. Schritt: Finanzielle Leistungsfähigkeit prüfen
Der Erwerb von Immobilien ohne Eigenkapital ist keineswegs eine Seltenheit. Doch wichtig ist zuvor eine gründliche Beratung durch Immobilienexperten – sowie die sorgfältige Überprüfung der eigenen finanziellen Möglichkeiten. Jeder, der einen Immobilienerwerb plant, sollte sich kritisch fragen: „Kann ich die finanzielle Belastung jeden Monat ohne Schwierigkeiten tragen?“ Diese Frage stellt sich grundsätzlich, ob mit oder ohne Eigenkapital. Je geringer aber die eigenen Mittel, umso wichtiger, dass das Einkommen für absehbare Zeiträume wirklich sicher und die monatliche Rate somit leicht zu tragen ist.

3. Schritt: Risiken abfedern mit der richtigen Versicherung
Auch wenn die Finanzierung passt, gehen Bauherren große Risiken ein. Im Normalfall verschulden sie sich über Jahre hinweg mit hohen Summen. Daher warnen Experten: Die Finanzierung steht und fällt mit dem ausreichenden monatlichen Einkommen. Stirbt der Hauptverdiener, kommt das fremdfinanzierte Eigenheim oft unter den Hammer, die Familie ist mit den Verpflichtungen meist heillos überfordert.

Über eine Risikolebensversicherung lässt sich der Schutz für den Fall der Fälle für sehr wenig Geld erzielen. Die Versicherungssumme und die Laufzeit können hier individuell festgelegt werden. Der Todesfallschutz sollte mindestens so hoch sein, dass der überlebende Partner die Immobilienbelastung tragen kann.
Auch wenn der schlimmste Fall nicht eintritt, kann das Einkommen des Hauptverdieners ausfallen. Falls dieser seinen Beruf aus Krankheitsgründen nicht mehr ausüben kann, hilft eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Beiträge dafür sind allerdings nicht gering. Ein Vergleich lohnt sich.

Quelle: RatGeberZentrale

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